Ägyptologische Sammlung
Museo Egizio
 
 
 
     
  Das ägyptische Museum, das zweitbedeutendste in Italien nach dem berühmten Ägyptischen Museum in Turin, ist in demselben Gebäude wie das Archäologische Museum. Eine erste Gruppe ägyptischer Antiquitäten war in Florenz bereits im 18. Jh. vorhanden, in den Sammlungen der Medici, doch im Laufe des 19. Jh. wurde diese großzügig erweitert insbesondere dank dem Großherzog der Toskana Leopoldo II. von Lothringen, der sowohl einige Sammlungen erwarb als auch, gemeinsam mit Karl X. König von Frankreich, eine wissenschaftliche Expedition nach Ägypten in den Jahren 1828 und 1829 finanzierte.

Die Expedition wurde von Jean Francois Champollion geleitet, dem Entzifferer der Hieroglyphen und von Ippolito Rosellini aus Pisa, der dann zum Vater der italienischen Ägyptologie wurde, ein Freund und Anhänger Champollions. Die zahlreichen Stücke, die sich im Laufe der langen Reise angesammelt hatten, sei es durch archäologische Ausgrabungen, sei es durch den Aufkauf von Fundstücken bei Händlern der Gegend, wurden bei der Rückkehr gerecht zwischen dem Louvre in Paris und der Stadt Florenz aufgeteilt.

1855 fand die formale Einrichtung des Ägyptischen Museum von Florenz statt und 1880 wurde der piemontesische Ägyptologe Ernesto Schiaparelli, späterer Direktor des Ägyptischen Museums von Turin, damit beauftragt, die ägyptischen Antiquitäten an den heutigen Sitz zu verlegen und zusammen mit dem Archäologischen Museum neu zu ordnen. Mit Schiapparelli erfuhren die Florentiner Sammlungen dank seiner Ausgrabungen und Erwerbungen in Ägypten vor seinem Umzug nach Turin erneut eine beträchtliche Erweiterung. Die letzte Gruppe von Sammlungen, die in das Ägyptische Museum von Florenz einging, besteht aus Schenkungen von privater Seite sowie wissenschaftlichen Institutionen.

Derzeit zählt das Museum mehr als 14.000 Stücke, die auf 9 Säle und 2 Magazine aufgeteilt sind. Die meisten Ausstellungssäle sind renoviert: Die alte, von Schiaparelli ausgearbeitete Systematisierung wird zusehends durch die neue Einrichtung, die einer chronologischen Anordnung und, im Rahmen des Möglichen, topographischen Ordnung folgt, ersetzt. Der hier zusammengetragene Kunstschatz umfaßt Material, das von der Prähistorie bis zur koptischen Epoche reicht, und zwar bedeutende Sammlungen von Stelen, Vasen, Uschebti, Amuletten und Bronzefiguren aus verschiedenen Epochen. Unter den zahlreichen bedeutenden Stücken sind besonders einige Statuen aus der Zeit von Amenophis III., der Wagen aus der 18. Dynastie, der Pfeiler des Grabes von Sethos I., der Kelch aus Fayence mit quadratischer Öffnung, die Aussteuer der Amme der Tochter des Pharao Tahaka, das Damenportrait von Al Faijum, die Sammlung von Stoffen aus koptischer Zeit sowie eine bedeutende Sammlung von Gipsabdrücken des ausgehenden 19. Jh. hervorzuheben.


 
 
Portrait der Fayum
Die Göttin Maat
Geheiliger Scarabaeus - Verkörperung des Gottes Khepri
Wagen - Neues Reich, 18. Dynastie
 
 
Großer Saal
Königlicher Sarkophag
   
 
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