Dom von Florenz
Santa Maria del Fiore

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Dom Grundriß
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Paolo Uccello
Sir John Hawkwood , ein englischer Söldner, der florentinische Truppen am Ende des 14. Jhs. kommandierte, Fresko

Die Kathedrale wurde im Jahr 1434 fertiggestellt und ist das bedeutendste
Bauwerk von Florenz, als auch die viertgrößte Kirche der Welt.
 

 

Mit seiner typischen Architektur der italienischen Gotik geht der Dom von Florenz, welcher der „S. Maria del Fiore" (hl. Maria der Blume) geweiht ist, auf einen anfänglichen Entwurf von Arnolfo di Cambio (ca. 1245 - 1302) zurück, der das bereits bestehende Kirchengebäude durch eine beträchtliche Ausdehnung der Strukturen umbaute. Als der Bau um 1367 abgeschlossen war, wurde der Dom nach dem Muster des noch älteren Baptisteriums mit buntem Marmor verkleidet, mit Ausnahme der Fassade, die unvollendet blieb und ihr heutiges Aussehen erst im 19. Jh. erhielt. Der Bau der Kuppel stand noch aus, von der im Jahre 1421 lediglich die Trommel (die polygonale Basis) fertiggestellt war.

Aus dem hierzu unter den Architekten ausgeschriebenen Wettbewerb gingen Lorenzo Ghiberti (1368 - 1445) und Filippo Brunelleschi (1377 - 1446) als Sieger hervor, doch der endgültige Entwurf ist letzterem zu verdanken, wie auch die außerordentliche Technik, mit der die riesige Struktur angehoben wurde und 1436 zur Fertigstellung führte.

Außenseitig sei neben dem besonders gegliederten Bereich der Apsiden, vor allem auch auf das schöne Nordtor „della Mandorla“ (der Mandel) hingewiesen, das diesen Beinamen aufgrund des großen Heiligenschreins erhielt, der die Figur der heiligen Jungfrau umgibt, zu deren Gestaltung auch der Bildhauer Nanni di Banco (1380/90 - 1421) mitwirkte.

Im Innenraum sind einige hoch bedeutende Kunstwerke zu sehen, allen voran, auf der linken Wand, die beiden abgelösten Fresken, auf denen die Reitermonumente der Feldherren Giovanni Acuto und Niccolò da Tolentino dargestellt sind, die von Paolo Uccello im Jahre 1436 bzw. von Andrea del Castagno im Jahre 1456 geschaffen wurden. Ebenfalls Paolo Uccello zu verdanken ist der Freskenschmuck der Uhr auf der Innenseite der Fassade, mit 4 kräftigen „teste di Santi“ (Heiligenköpfen).

Von den Skulpturen, die für den Dom angefertigt wurden (und von denen viele aus Gründen der Erhaltung in das Museum der Werke des Doms verlegt wurden) sind noch die „Lunette“ (Lünetten) von Luca della Robbia über den Sakristeientoren der Messen zu sehen. Entfernt wurde hingegen die großartige „Pietà“ von Michelangelo (ca. 1553), die im Museum der Werke des Doms aufbewahrt wird.

Beachtung verdienen auch die herrlichen Kirchenfenster, die größtenteils zwischen 1434 und 1455 nach Entwürfen bedeutender Künstler wie Donatello, Andrea del Castagno und Paolo Uccello gefertigt wurden; ferner die Intarsien (Einlegearbeiten) an den Schränken der Sakristei, deren Entwurf von Brunelleschi selbst sowie von anderen Künstlern wie Antonio del Pollaiolo stammt. Die Innenwand der Kuppel erhielt ihren Freskenschmuck zwischen 1572 und 1579 von Giorgio Vasari (1511-1574) und von Federico Zuccari (ca. 11310-1609) mit einem großen „Giudizio Universale“ (Jüngsten Gericht).

Mindestens ebenso charakteristisch für das Stadtbild von Florenz wie die „Cupolone“ (riesige Kuppel) von Brunelleschi ist der Glockenturm, der weltweit als „Campanile di Giotto“ bekannt ist. Von dem großen Maler und Architekten Giotto stammte nämlich der Entwurf, auch wenn bei seinem Tode (1337) erst der unterste Anschnitt abgeschlossen war. Die Arbeiten wurden unter der Leitung von Andrea Pisano (ca. 1290 - ca. 1349) fortgeführt sowie unter Francesco Talenti (urkundlich nachweisbar 1325 - 1369), der das Werk schließlich zu Ende führte.

DIE RELIEFS VON GIOTTO UND ANDREA PISANO
Die Reliefs der unteren Reihe stellen die Erschaffung von Mann und Frau dar, den Beginn der menschlichen Arbeit und die "Erfindungen" (nach der Bibel) der verschiedenen kreativen Tätigkeiten: Schafehüten, Musik, Metallkunde, Weinherstellung.
In den oberen Reihen sind die sieben Planeten dargestellt, beginnend mit Jupiter in der Nordecke. An den anderen Fassadenseiten finden wir die Astrologie, Architektur, Medizin, Webkunst sowie andere technische und wissenschaftliche Tätigkeiten.
In den oberen Reihen befinden sich: im Süden die göttlichen- und Kardinaltugenden, im Osten die freien Künste des Trivium und Quadrivium, im Norden die sieben Sakramente. Die Statuen in den Nischen stellen die Patriarchen, Propheten und Könige von Isreal und die heidnischen Sybillen dar.


 
Santa Maria del Fiore (Dom)
 
Domfassade 1880 - 1888
 
Giottos Glockenturm 1334 - 1359
 
Porta della Mandorla
An der Nordseite der Domfassade, an der viele Künstler in den ersten Jahrzehnten des 15. Jhs. arbeiteten, darunter Donatello, Nanni di Banco und Jacopo della Quercia.
 
Das Langhaus 1378 - 1421

Altar

Das Langhaus 1378 - 1421

 
Mosaik an der linken Tür von Nicolò Barabino Florentinische Künstler, Händler und Humanisten, die dem Glauben Huldigung zollen.
Domenico di Michelino
Wandfresko links, Dante und die Göttliche Komödie(Die drei Königreiche)
 
Das Innere der Kuppel: 3600 m2 Fresken, von Giorgio Vasari und Federico Zuccari, die dort von 1572 bis 1579 arbeiteten.Die Restaurierung dieser Deckenfreskenbegann1978 und wurde 1994 vellendet.
Im Innern oberhalb des Hauptportals befindet sich die grosse Uhr mit Fresckenschmuck in den Ecken von Paolo Uccello, der in Rundmedaillions die vier Propheten oder Evangesisten darstellt (1443). Diese liturgische Uhr zeigt die 24 Stunden der hora italica (ltalienische Zeit), eine Zeitspanne, die mit dem Sonnenuntergang nach 24 Stunden endet. Die Zeiteinteilung fand bis zum 18. Jh. Verwendung. Es handelt sich um eine der wenigen Uhren aus dieser Epoche, die noch existiert und funktionstüchtig ist.
 
Andrea del Castagno
Nicolò da Tolentino - Der Sieger von 1432 über die Truppen des Erzfeindes Siena (Fresko)
Auf der rechen Seite des Platzes Brunelleschi schaut noch immer auf sein Werk.
 
Die Kuppel von Brunelleschi
Der Dom wurde 1434 vollendet und ist das bedeutendste Wahrzeichen von Florenz und die viertgrößte Kirche der Welt.
Giottos Glockenturm
Die Reliefs der Glockenturm, von Giotto und Andrea Pisano
 
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