Kapelle Hl. drei Könige

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Der junge Giuliano de Medici
 

 

Von der Ausstattung des Quattrocento blieb ein Raum im 1. Geschoß des Palazzo Medici erhalten, der historisch und kunstgeschichtlich gleichermaßen einen Meilenstein in der Entwicklung darstellt. Die architektonische Ausgestaltung mit vielfarbigen Deckenkassetten, deren Hauptfeld sich mit kostbaren Steinen ausgelegten Fußboden widerspiegelt, dürfte auf Michelozzo di Bartolomeo zurückgehen

.An den Wänden hat Benozzo Gozzoli 1459/60 den „Reiterzug der hll. 3 Könige“ dargestellt, die ausführlichste und reichste Fassung, die dieses seit dem frühen 15. Jh. so beliebte Thema je erfahren hat. In diesem Werk lebt der höfische Geist der Internationalen Gotik wieder auf.

Dieser Freskenzyklus spiegelt den Umschwung in der Gesinnung der Florentiner Auftraggeber seit Mitte des Jahrhunderts: Die „heroische“ Epoche der Frührenaissance ist zu Ende gegangen, die einstmals bürgerlichen Auftraggeber haben es zu fürstlichem Ansehen gebracht; sie wollen sich mit höfischem Glanz umgeben, und zu dessen Darstellung war derzeit keiner besser geeignet als der zum Goldschmied erzogene Benozzo Gozzoli. In Benozzos Darstellung spiegeln sich 3 glanzvolle Ereignisse, mit denen die Medici ihre Machtstellung dokumentieren wollten: Das Konzil, das 1439 von Ferrara nach Florenz verlegt wurde, dann das Fest, das Piero de’ Medici 1459 für Papst Pius II. und den Mailänder Herzog Galeazzo Sforza gab, um die Medici symbolisch in den Kreis der 3 bestimmenden Mächte Italiens aufzunehmen; schließlich die prachtvollen Prozessionen, welche die von den Medici großzügig unterstützte „Compagnia de’ Magi“ (Bruderschaft der hll. 3 Könige) jährlich am Dreikönigstage veranstaltete. Auf der Via Larga (der heutigen Via Cavour) wurde der Mythos der Drei Könige erlebbare Realität, die sich um so mehr auf die Familie Medici beziehen ließ, als Cosimo de’ Medici persönlich an den Umzügen teilnahm. So erklärt es sich, daß sich unter den Dargestellten nicht nur die Mitglieder des Hauses Medici finden (etwa Lorenzo il Magnifico als der Jüngste der Könige), sondern auch der Paläologenkaiser Johannes VII. und der Patriarch Josephus von Konstantinopel, der während des Konzils in Florenz starb.

Benozzo Gozzolis starke erzählerische Begabung, seine in der Goldschmiedelehre verfeinerte Neigung zum kostbaren Detail konnten sich, unterstützt durch frische Farbigkeit, in der Darstellung voll ausleben. Beim Einbau der Treppe Fogginis 1686-89 wurde der im übrigen hervorragend erhaltene Zyklus insofern beschädigt, als eine Ecke nach innen verlegt werden mußte; dabei hat man zwar die Wandbilder konserviert, aber den ursprünglichen Zusammenhang gestört: An der dem Altarraum gegenüberliegenden Wand ist heute an dem rechtwinkligen Einsprung der Streifen eingefügt, der sich ehemals an der nach rechts anschließenden Wand befand. Der Reiterzug führt auf den ebenfalls quadratischen Altarraum zu, an dessen Wänden anbetende Engel in reicher Landschaft dargestellt sind.

 

 

Der Jüngste der Könige
 
Der mittlere König
 
Der älteste König
 
Cosimo de Medici
 
Siehe im Landschaftsmodus
 
Benozzo Gozzoli Selbstportrait
Piero de Medici
 
Seite
Altar
Pseudo Pier Francesco Fiorentino
Madonna mit Kind und dem jungen Hl. Johannes ca. 1450
Kopie eines Gemäldes von Filippo Lippi jetzt in Berlin (Staatliche Museen)
 
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Anbetende Engel - Detail
Die drei Schwestern von Lorenzo de Medici
 
 
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