Das florentinische Museum und Institut für Vorgeschichte
wurde 1946 mit Sitz im Palazzo delle Oblate mit der
Absicht gegründet, dort die bereits in Florenz vorhandenen
prähistorischen Sammlungen zusammenzufassen, zu bewahren
und zu klassifizieren. Die Sammlungen decken eine Zeitspanne
ab, nämlich die Prähistorie bzw. Vorgeschichte, die
sich von der Altsteinzeit bis an die Schwelle unserer
geschichtlichen Zeitrechnung erstreckt, und stellen
die Äußerungen bzw. Spuren der menschlichen Tätigkeiten
dar, die zunächst in einer nicht auf Produktion ausgerichteten
Aktivität der Jäger und Sammler bestand, die dann in
eine Produktionswirtschaft überging, die sich auf Ackerbau,
Viehzucht und Metallverarbeitung stützte.
Belegstücke sind etwa die Instrumente aus Stein oder
Knochen, Keramikwaren, Waffen aus Kupfer, Bronze; künstlerische
Zeugnisse (Originalabdrücke oder deren Fotografien)
und vieles mehr, die jeweils von den betreffenden Menschentypen
sowie von Resten der dazugehörigen Fauna oder Flora
begleitet werden. Sie stammen aus italienischen und
ausländischen Ausgrabungen und Studien, die seit Beginn
der vorgeschichtlichen Forschung im 19. Jh. in Europa,
Afrika, Asien und Amerika durchgeführt wurden und stellen
hauptsächlich die historischen Sammlungen dar, doch
auch die Sammlungen aus der neueren Forschung sind beachtlich.
Zur Einführung bietet das Museum in der 1. Etage 2 Säle
mit didaktischem Schwerpunkt, wobei der 1. die Umgebung,
die fossilen Menschentypen und die Kulturen während
der gesamten vorgeschichtlichen Ära erläutert, der 2.
hingegen die Kunst in der europäischen Vorgeschichte.
Die Ausstellung setzt sich in einem Salon fort, der
links eine Reihe von Schaukästen mit Originalbelegen
aus den Kulturperioden des Paläolithikum (Stein- und
Knochenwerkzeuge), des Neolithikum (Keramiken und Steininstrumente),
und der Bronzezeit (Keramiken, Metalle, etc.) enthält.
Die gesamte rechte Seite des Salons in der 1. Etage
ist der vorgeschichtlichen Kunst Italiens gewidmet,
und zwar anhand von authentischen Stücken, Photos, Zeichnungen
und großformatigen Dias.
In der 2. Etage sind als besonders interessant hervorzuheben:
Die europäischen Sammlungen aus den ersten Entdeckungen
auf dem Gebiet der Vorgeschichte, ferner die kostbaren
Sammlungen aus Afrika und Asien. Aus Amerika stammt
das ethnographische Material aus Argentinien sowie das
Steinmaterial aus der späten Vorgeschichte Nordamerikas.
Ebenfalls sehr interessant ist die ständige Photoausstellung
zu den prähistorischen afrikanischen Kunstwerken in
Originalgröße, die aus über 60 Gigantographien besteht. |