Das Porzellanmuseum, eine Sonderabteilung
des „Museo degli Argenti“ (Museum für Silber), hat seinen
Sitz seit 1973 im „Casino del Cavaliere“, das im 17.
Jh. als Ort der Zurückgezogenheit des Großherzogs auf
dem Gipfel jenes Hügel erbaut wurde, der den Park „Giardino
di Boboli“ (Boboligarten) beherrscht. Die homogene Sammlung
besteht hauptsächlich aus dem Tafelporzellan, das die
Herrscherhäuser in Benutzung hatten, die in der Toskana
aufeinander folgten (Medici, Lothringer, Savoyer), und
deren Geschmack sie jeweils treu wiedergibt.
In den verschiedenen Sälen ist die Sammlung in chronologischer
Abfolge nach Nationen und Manufakturen aufgeteilt. Von
dem italienischen Porzellan ist besonders gut jenes
aus der Manufaktur in Doccia vertreten, bei der sich
die Großherzoge besonders für die umfangreichen Servicen
des täglichen Gebrauchs bedienten sowie das Porzellan
aus der „Real Fabbrica di Napoli“ (Königliche Fabrik
von Neapel). Was die Stücke ausländischer Herkunft anbetrifft,
so sind neben dem österreichischen Porzellan aus Wien
und dem deutschen Meißner Porzellan am besten die französischen
Manufakturen von Vincennes und von Sèvres dokumentiert,
deren Erzeugnisse von den Savoyen zum Palazzo Pitti
gebracht wurden, und zwar über den Herrscherpalast von
Parma, dessen Herzogin Louisa Elisabeth die Tochter
von Louis XV. war; doch teilweise handelt es sich auch
um Geschenke Napoleons an seine Schwester Elisa Baciocchi,
Herzogin der Toskana von 1809 bis 1814.
Zu den ältesten Exemplaren der Sammlung zählen jene
aus dem Besitz von Gian Gastone, dem letzten Großherzog
der Medici (1671-1737), auserlesene Stücke aus Meißen. |