Villa von Poggio a Caiano

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Poggio a Caiano Villa, von Giovanni Stradano (Saal der Gualdrara, Palazzo Vecchio, Florenz)
Eleonora da Toledo und Ihre Familie erreichen die Villa - Fresko
 

 

Die Villa Medici in Poggio a Caiano ist zweifelsohne eine der interessantesten Bauten der Frührenaissance. Sie wurde ab 1485 auf ausdrücklichen Wunsch von Lorenzo dem Prächtigen erbaut, der Giuliano da Sangallo (1445-1516) damit beauftragte. Das Bauwerk weist zahlreiche Merkmale der neuen Architekturvorstellungen der Renaissance auf, insbesondere was die erneute Hinwendung zu antiken Gebäudevorbildern und der Natur betrifft. Von besonderem Interesse ist der kleine Pronaos (Vorhalle) im ersten Stock: Mit seinen Säulen und breiten Interkolumnien und seinem Fries aus glasiertem Terrakotta hält er sich an die Vorschriften der „Tuscanicae dispositiones“ wie sie Vitruv im ersten Jh. n.Chr. aufgestellt hat. Weitere bemerkenswerte Merkmale finden sich in der Haupthalle, die dem Oecus römischer Villen nachempfunden ist, sowie in der offenen Loggia im Erdgeschoss, die sich rund um das Gebäude erstreckt. Dieses letztgenannte architektonische Gestaltungsmerkmal zeugt deutlich von der neuen Einstellung der Natur gegenüber. Die Loggia öffnet das Gebäude nach außen hin und lädt damit die Welt der Natur ein, direkt an der architektonischen Komposition teilzuhaben. Rein nach innen gewendete Strukturen werden aufgegeben und gegen Formen ausgetauscht, die es den Menschen erlauben, neue räumliche und existenzielle Dimensionen zu erreichen. Als Lorenzo 1492 starb, war die Villa noch nicht fertiggestellt. Die Bautätigkeit wurde erst 1512 wieder aufgenommen, diesmal im Auftrag von Papst Leo X. In den nachfolgenden Jahrhunderten wurden keine erheblichen Veränderungen an der Villa vorgenommen. Im 19. Jh. wurde der Architekt Poccianti beauftragt, einen prachtvollen Treppenaufgang im Inneren des Gebäudes sowie eine geschwungene, zweiläufige Treppe als Aufgang zur Terrasse zu gestalten.

Der Hauptsaal der Villa ist mit Fresken geschmückt, die nach den Wünschen von Papst Leo X. (Sohn von Lorenzo dem Prächtigen) zwischen 1519 und 1521 angefertigt wurden. Die Freskenzyklen, eine Synthese der repräsentativsten florentinischen Malerei des 16. Jh., wurden von Pontormo (1494-1556), Andrea del Sarto (1486-1531) bzw. Franciabigio (1482-1525) gemalt. Sie umfassen „Vertumnus und Pomona“ – ländliche Szenen, die im Einklang stehen mit dem säkularen Geist, der die Architektur des Gebäudes umgibt; „Cäsar empfängt den Tribut Ägyptens“, das ein Ereignis aus Lorenzos Leben darstellt; sowie „Ciceros Rückkehr aus dem Exil“, das Cosimos Rückkehr aus Florenz versinnbildlicht. Die beiden zuletzt genannten Werke wurde später von Alessandro Allori (1535-1607) überarbeitet, der sie auch seitlich erweiterte sowie die anderen Fresken im Saal malte.

Die Villa ist 22 km vom Zentrum Florenz entfern

 

Die Villa
 

Die Villa

Die Villa
 

Das Fries mit griechischen Allegorien

Die Vorhalle - Detail

 

Monumentale Treppenrampe

Detail der Decke mit Groteskenmalerei
 

Alter römischer Sarkophag, die beiden gemeißelten Sonnengesichter wurden voraussichtlich im 16. Jh. gemacht

Detail eines Gesichtes
 
Fresken von Alessandro Allori
Das Eßzimmer
 
Halle von Papst Leo X., Gemälde von Pontormo and Allori
Das Theater
 

Das Badezimmer

Das Wohnzimmer
 

Interieur

Das Zitronenhaus
 

Pontormos
Fresken Vertumnus und Pomona darstellend - Detail

Pontormos
Fresken Vertumnus und Pomona darstellend - Detail
 

Pontormos
Fresken Vertumnus und Pomona darstellend - Detail

Pontormos Fresken
Vertumnus und Pomona darstellend
Museum des Stilllebens in der Villa

Bartolomeo Bimbi
Falke - 1708

Bartolomeo Bimbi -
weißen Papagei - 1716

 

Bartolomeo Bimbi
Blumengirlande mit Schwalben
1690 - 95

Bartolomeo Bimbi
Wildrosen
1717
 
 
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